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Andere Therapieformen

Schlafentzug

90% der Menschen mit Depressionen leiden unter Schlafstörungen. Vor allem in der zweiten Hälfte der Nacht und in den frühen Morgenstunden werden im Schlaf manche Botenstoffe im Gehirn vermehrt, andere vermindert ausgeschüttet. Durch die Schlafstörungen kann das Gleichgewicht der Botenstoffe im Hirnstoffwechsel durcheinander kommen. Das kann unter Umständen depressiv machen. Deswegen empfehlen Ärztinnen und Ärzte häufig den Schlafentzug als Therapie.

Betroffene bleiben dabei eine ganze Nacht oder die zweite Nachthälfte sowie den darauffolgenden Tag lang wach. Spielen und Spazierengehen erleichtern das Wachbleiben. Nach einer durchwachten Nacht klingt die Depression häufig ab.
 
Allerdings hält der positive Effekt nur ein bis zwei Tage an. Trotzdem schöpfen viele Erkrankte aus der Tatsache Hoffnung, dass die Depression offensichtlich durchbrochen werden kann, und führen, vor allem bei stationärer Behandlung, den Schlafentzug regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche durch.
 
Durch sukzessive Verlagerung der Einschlafzeiten gelingt es bei einigen Patienten, den positiven Effekt des Schlafentzugs zu stabilisieren. Meist stellen der Schlafentzug und die Schlafphasenvorverlagerung ergänzende Behandlungsmaßnahmen zur Medikamenten- und Psychotherapie dar.

Die Texte wurden zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung des
Deutschen Bündnis gegen Depression e.V.