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Inhalt

Psychotherapie

Kognitive Verhaltenstherapie

Für die Depression ist die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bisher am besten untersucht und am deutlichsten nachgewiesen. Die Verhaltenstherapie basiert auf Ergebnissen der Lernforschung. Ihr Ziel ist es, dass Erkrankte Verhaltensweisen, die die Depression mit verursachen, durch Gespräche, Übungen und neue Einsichten erkennen und ändern. Dabei wird die seelische Erkrankung als eine Art falsch eingeübtes Verhalten angesehen, das man durch entsprechendes Training wieder ändern kann.

Ein vereinfachtes Beispiel: Zwei Menschen erleben dieselbe Situation, z.B. bewerben sich beide um eine Arbeitsstelle. Beide erhalten eine ablehnende Nachricht. Der erste Bewerber hat daraufhin vielleicht folgende Gedanken: "Es gab viele Bewerber und es konnte nur eine Stelle vergeben werden. Vielleicht war der erfolgreiche Bewerber dem Personalchef privat empfohlen worden. Hoffentlich hat meine nächste Bewerbung mehr Erfolg." Der zweite Bewerber denkt vielleicht ganz anders: "Ich habe die Ablehnung fast erwartet. Wahrscheinlich waren alle Mitbewerber besser als ich. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass aus mir nie etwas wird. Ich werde niemals einen guten Job bekommen. Ich bin nichts wert, mein Leben ist sinnlos."

Dieses etwas überspitzte Beispiel zeigt deutlich, dass es vollkommen unterschiedliche Wege gibt, ein negatives Erlebnis zu verarbeiten. Es bedeutet natürlich nicht, dass jemand, der schlecht mit Enttäuschungen umgehen kann, automatisch an einer Depression erkrankt. Es zeigt aber, dass die Reaktion eines Menschen auf eine erlebte Enttäuschung unter Umständen zu weiteren Enttäuschungen führen kann. Diese "falschen" Wege wird der Verhaltenstherapeut herausarbeiten und versuchen, gemeinsam mit dem Betroffenen Strategien zu erarbeiten, die ihm dabei helfen, mit persönlichen Niederlagen besser umzugehen. Manchmal erfolgt die Therapie in Gruppen, um durch gemeinsame Arbeitsschritte und -erfolge den Ansporn bei den Betroffenen zu erhöhen und den Teilnehmern zu zeigen, dass sie nicht allein mit ihren Beschwerden sind.

Die Texte wurden zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung des
Deutschen Bündnis gegen Depression e.V.